Julia Mantel

Wenn Du eigentlich denkst, die Karibik steht Dir zu

Gedichte
Mit einem Vorwort von Paul-Henri Campbell
Broschur, 98 Seiten

ISBN 978-3-945400-87-6

18,00 

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Beschreibung

»Die Themen, die die Gedichte Julia Mantels aufgreifen, sind die zahlreichen losen Enden des großstädtischen Lebens im frühen 21. Jahrhundert. Nichts erscheint gesichert oder gar für ewig, weder Beziehungen noch das materielle Überleben, alles ist zu jedem Zeitpunkt gefährdet, zerbrechlich, vergänglich.« Fixpoetry

los moos

ohne moos
nix los

kratze das moos
aus den fugen

geraten, richtig!

so schön wie auf
dem moos
war es noch nie.

Testimonials

»Ich finde, Julia Mantels Gedichte atmen Unabhängigkeit. Ein Ich, das sich auslebt, etwas hinter sich gelassen hat, den Wald zum Beispiel, spricht dort, tobt sich in einer urbanen Gegend aus. Die Wörter greifen oft ineinander über, als würden sie sich stützen. Ich assoziiere Freundschaft. Das Gedicht ›trotzdem seufzen die zeilen‹ in Mantels neuem Band ›Wenn du eigentlich denkst, die Karibik steht Dir zu‹ hat die Dichterin mir gewidmet.
in der brache
keine arche nirgends
[…] hey, wir haben uns doch uns
Freundschaft, Hoffnung, Glück. Dichten im Patriarchat. Dichten im Kapitalismus. Ich zähle Julia seit vielen Jahren zu meinen Verbündeten im Literaturbetrieb. Dichten im kalten Patriarchat und dem mindestens genauso eisigen Kapitalismus. Bekannte Werbeslogans sickern in den Texten durch, wie in dem Gedicht ›mein haus, mein auto, mein aus‹:
mein haus, mein auto, mein aus.
nichts ist im lot.
Die nigerianisch-finnische Autorin Minna Salami spricht in ihrer wunderbaren Publikation ›Sinnliches Wissen‹ vom metaphorischen Haus des europatriarchalen Herren, zu dessen Werkzeugen der Kapitalismus, Kolonialismus und das Denken der Aufklärung gehört. Davon, was nicht Werkzeuge des Herren sind: unter anderem die Poesie, Eros, Leidenschaft, Schönheit, Geheimnis, Weiblichkeit, Sinnlichkeit. Auf all das stoße ich in Julia Mantels Gedichten. Es stimmt, es ist nicht unsere, der Dichterinnen, Aufgabe, bei den Feen im Wald zu leben, sondern das Haus des Herren abzureißen. Hey, wir haben doch uns.«
Magdalena Jagelke, Autorin

»Im lockeren Ton gibt Frau Mantel so manch verschämtes Geständnis preis, erzählt im losen Zeilenfall, was sie unter den Nagelbetten in Flammen gesetzt hat – oder eben auch nicht. Auf Tuch- und Hautfühlung mit der Welt zu gehen, ohne sich wegschwemmen zu lassen, kann eben auch heißen: ›ich habe bretter / vorm kopf die / die welt bedeuten‹. Mehr davon!«
Carsten Klook, Schriftsteller

»Julia Mantels Gedichte durchweht eine eigentümlich urbane Lebensbrise, sie spielen in einem Phonemkosmos, der verwunderlicherweise gleichermassen an Jörg Fausers Frankfurtstudien und an Emily Dickinsons gleichmütige Einsamkeitsberichte denken lässt. Die Leichtigkeit in ihren Wortspielen, die offen und unsentimental von Verzweiflungen und Liebeswunden berichten können, bewahrt sie dabei vor dem Pathos, den durchaus intensive Biographien wie ihre oft in der Selbstreflexion hervorbringen. Dabei weiss sie, dass das Ephemere oft das eigentliche Epizentrum der Erinnerung ist. Ein schönes Buch!«
Thies Mynther, Musiker und Performer