Julia Mantel

Der Bäcker gibt mir das Brot auch so

Gedichte
Ausgewählt und mit einem Nachwort versehen
von Martin Wimmer
84 Seiten. Broschur
ISBN 978-3-945400-52-4

18,00 

Beschreibung

»Bei Julia Mantel geht es ums echte Leben – jung, großstädtisch, aber nie großspurig, dafür mit klarem Bewusstsein von Hartz IV und Krankenkassenzuschüssen«

»Rund sechzig Gedichte mit dem typischen, ganz eigenen ›Mantel-Ton‹: Der erste Gedichtzyklus in diesem Band widmet sich der Spannung von Ökonomie und Körper. Ich kenne kein anderes Buch, das so gnadenlos die Folgen der wirtschaftlich prekären Situation starker Frauen auf ihr (Beziehungs-)Leben enthüllt. Im zweiten Zyklus rollt die Münze auf der Kante durch die Städte der Republik, es geht bergauf, es geht bergab. Im dritten Zyklus wird durchgespielt, wenn Zahl fällt: Gewinnt das männliche Prinzip, ist die Liebe tot. Der vierte Zyklus gibt Hoffnung: Kopf, es gibt also auch ein gelingendes Leben in entfremdeten Strukturen für eine Frau, die weiß, was ihr wichtig ist.« Martin Wimmer

Pressestimmen

»Die Frankfurter Lyrikerin, studierte Kulturwissenschaftlerin und Strickkünstlerin Julia Mantel ist in der heimischen Szene als eindrucksvolle Persönlichkeit und widerständige poetische Stimme seit langem bekannt und in Zeitschriften, Anthologien und Internetforen vertreten. Mit ›Der Bäcker gibt mir das Brot auch so‹ legt sie in der Edition Faust ihren bisher dritten Lyrikband vor, für den sie sich einige Zeit gelassen hat – die beiden anderen erschienen bereits 2008 und 2011 und sind nur noch antiquarisch aufzutreiben, weil ausverkauft. Eine solche Entwicklung ist kein Selbstläufer im bundesdeutschen Lyrikbetrieb des 21. Jahrhunderts und zeugt von einem regen Interesse der Leserschaft an den literarischen Erzeugnissen Mantels. Nun ist Ende Mai nach sieben Jahren die neue Textsammlung der Künstlerin erschienen.

Die Themen, die die Gedichte Julia Mantels ansonsten aufgreifen, sind die zahlreichen losen Enden des großstädtischen Lebens im frühen 21. Jahrhundert. Nichts erscheint gesichert oder gar für ewig, weder Beziehungen noch das materielle Überleben, alles ist zu jedem Zeitpunkt gefährdet, zerbrechlich, vergänglich.

Auftreten und poetische Aussage gehen eine wirkungsvolle Symbiose ein, bedingen sich wechselseitig. Das funktioniert in ihrem Fall nicht über eine hippe Performance wie bei vielen anderen mehr oder weniger überzeugenden Zeitgeistern des literarischen Bühnenbetriebs, sondern durch schlichten, gleichwohl prononcierten Vortrag: Frau, Stimme, Blick, Text. Und schon sitzt der lyrische Stachel genau da, wo er sitzen soll: mitten im Aufmerksamkeitszentrum der Zuschauerschaft.« Marcus Neuert, Fixpoetry

»Der Ton ist düsterer geworden, bisweilen resignierter. Was Julia Mantel hier abliefert sind keine Gedichte, aus denen die Frankfurter Skyline spricht, sondern eher die Wohnblocks in den Vierteln der Stadt, die auch existieren, über die aber nicht gesprochen wird. Es ist die oft beschworene ›Literatur von unten‹, die in all den Ärztesohn-Debatten in den Feuilletons immer ebensosehr herbeigewünscht wie ignoriert wird. Denn es ist ja ein Unsinn, zu behaupten, es gäbe diese Art Literatur nicht. Sie mag in der Stipendien- und Festivalszene kaum vorkommen, und das hat sicher Gründe, über die zu sprechen ist. Aber sie ist da, ist hier, wenn Julia Mantel vom prekären Dichterinnenleben zwischen FFM, Berlin und Hamburg erzählt, von Hartz IV und Krankenkassenzuschüssen, von Enttäuschungen, die sich durch die Liebe ebenso ziehen wie durch die unmögliche ökonomische Verwertbarkeit gewisser Textgattungen. Es sind, und da sind wir wieder bei der Wechselwirkung von Text und Haltung, einsame Gedichte über die Einsamkeit, die zwischen Resignation und Widerstand pendeln.« Gerrit Wustmann, Signaturen

»Mantel liest wie sie schreibt: konzentriert, konkret. Sie baut ihren Gedichten eine Umgebung im Gespräch. Die Rahmenhandlungen sind druckfertige Erzählungen. Ich langweile mich in keinem Augenblick. Ich muss auch keine Rätsel lösen. Mantel schreibt gegenständlich. Sie trifft ihre Punkte. Der lyrische Kosmos wächst aus der Kritik heraus, dass manche zu viel und viele zu wenig haben.« Jamal Tuschick

»65 Gedichte versammelte sie in diesem feinen Band, der beim Verlag Edition Faust erschienen ist. Bei den Gedichten handele es sich um Verse aus den Jahren 2011 bis 2018, ›mit viel Doppeldeutigkeit und Doppelbödigkeit‹.« Enrico Sauda, Frankfurter Neue Presse

Zusätzliche Information

ISBN

978-3-945400-52-4

Erscheinungsjahr

Mai 2018